Blau ist nicht gleich blau und rot ist nicht gleich rot und weiß erst recht nicht gleich weiß. Jedem Monitor liegt in der Regel heutzutage ein eigenes Profil bei. Dieses Profil ist nur zum Softproof nicht zu gebrauchen. Da braucht man ein eigenes. Dieses bekommt man mit der passenden Hard- und Software. Ich schwöre auf die Software von basICColor zusammen mit dem Squid Messgerät. Aber auch die Lösungen von Spyder oder Pantone bieten vergleichbares, wobei gerade für den Mac das huey Komplettpaket zu einem fairen Preis zu empfehlen ist. Bei der Kalibrierung gilt unter anderem folgendes zu bedenken. Einmal ist wichtig, wofür ich meinen kalibrierten Monitor einsetze und vor allem in welcher Umgebung steht er und wird er kalibriert, denn unsere Farbwahrnehmung ist vom Umgebungslicht abhängig. Die beste Kalibrierung nützt mir nichts, wenn mein Monitor von der Sonne beschienen wird oder ich komplett von Neonlicht umgeben bin. Für einen farbverbindlichen Softproof muss immer auf folgende Werte kalibriert werden:
· 5000° Calvin
· Gamma 1.8
Für viele erscheint diese Einstellung zu gelblich und zu wenig kontrastreich. Wer viel photoshopisiert wird mit folgender Einstellung wohl glücklicher:
· 6500° Calvin
· Gamma 2.2 (bzw. L für gleichabständige Wiedergabe)
Wer zum Beispiel zu Hause mit einem ACD und unterwegs mit einem PowerBook arbeitet, hat das Bedürfnis, beide TFTs anzugleichen. In diesem Fall ist es sinnig, die Maximalluminanz des ACD an die des PowerBooks anzupassen und beim Kalibrieren des ACD einen festen Oberwert anzugeben (mein TiBook schafft nur 130 cd/m³).
Was passiert beim Kalibrieren?
Die Software stellt nacheinander verscheiden Farbwerte dar, z. B. Blau (RGB=0, 0, 255), das Messgerät “sieht”, was der Monitor draus macht und ordnet dem einen CIE-Lab Wert zu. Im Fertigen Profil steht dann drin, was die Grafikkarte an den Monitor weitergeben soll, wenn ein Wert von 0, 0, 255 ausgegeben wird. Mittlerweile gibt es einige TFT-Monitore die fast den ganzen sRGB Raum anzeigen können, bei allen anderen Monitoren wird einem CIE-Lab Wert mehrere RGB Werte zugewiesen (Farbumfangskompression). Entscheiden ist dann, dass man zum Beipiel beim Bearbeiten in Photoshop dieses Profil auch zum Softproof verwendet und wenn man ein Bild weitergibt, dieses Profil auch in die Datei gespeichert wurde. Genauso wenig nützt ein kalibrierter Monitor, wenn der zugehörige Drucker nicht auch kalibriert ist oder ich in jedem Programm (wie z. B. Quark, InDesign oder Photoshop) unterschiedliche Profile verwende. Eine kleine Anleitung zum Farbmanagement mit Photoshop gibt es hier.
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