
Guter Code - böser Code? Gute Navigation - schlechte Navigation? Gute Site - schlechte Site? Ach wäre es im WWW doch so (vermeintlich) einfach wie im Märchen. Ist es aber nicht. Man kann es aber vereinfachen. Vor allem für die Nutzer. Wenn man (seit Jahrzehnten immer wieder getestet und bestätigt) weiß, dass der durchschnittliche Mensch sich nicht mehr als 7 Punkte auf die Schnelle merken kann (Kurzzeitgedächtnis) und dies egal in welchem Alter | in welcher Kultur und auch unabhängig vom Geschlecht, dann muss man im Umkehrschluss regelrecht unterstellen, dass der Mensch auch maximal 7 Punkte erwartet. Also warum biete ich ihm dann 12 Navigationspunkte oder Teaser an. Um ihn zu erschlagen? Ja - ich weiß - ich habe auch acht Seiten in meiner Seitenleiste angegeben. Ich habe aber auch eine außergewöhnliche Leserschaft (übers Schleimen steht in der mir hier dazu vorliegenden Studie nichts drin). Diese magische 7 beschränkt sich ja nicht nur auf das Menü. Kennt einer von Euch die DE:BUG? Meiner bescheidenen Meinung nach vom Layout eine der besten Zeitungen die ich je in der Hand (auch lesend) hatte. Die haben das mit der 7 auch gewusst und die haben den nächsten wichtigen Punkt auch gekonnt berücksichtigt. Das eine ist es, Dinge in aller Schnelle zu begreifen (können Augen nur so schlecht). Etwas ganz anderes ist, aus diesen Dingen dann etwas heraus zu filtern, dass uns eventuell auch noch im Gedächtnis haften bleibt. Jetzt wird es philosophisch | lyrisch (Keine Kompromisse Retrax!). Der Mensch braucht einen Sinn. Er sucht ihn förmlich.

Hat er ihn gefunden | die Bedeutung begriffen (schon wieder was mit der Hand) kann er die Information auch besser behalten. Einfach gestrickt - gerade in unserer medialen Zeit überlebensnotwendig - wie der Mensch ist, ist er darauf angewiesen, diese Information und vor allem den Weg zu dieser Information mit Gelerntem | Bekanntem in Verbindung zu bringen. Die Aufgabe eines Gestalters hierbei ist es, den Besuchern | Nutzern des Angebotes diese Verbindungen sichtbar zu machen, sie zu strukturieren. Gebe ich dem Besucher | dem Nutzer diese Hilfe an die Hand, gewinnt die sichtbar (bestenfalls begreifbar) gemachte Information an Bedeutung und was mir etwas bedeutet, behalte ich auch eher ( wenn es sein muss sogar im Gehirn). In meinen Augen ein sehr gelungenes Beispiel eines in diesem Sinne durchdachten Internetauftrittes haben die Mädels und Jungs von Elephant Seven geschaffen. Die suchen übrigens im Moment nach Praktikanten in Hamburg.
[…] angeregt von ads →beitrag habe ich zum einen ja mal wieder ein eigenes aussehen für wp geklöppelt und zum anderen länger drüber nachgedacht. ist minimalsimus blöd? können wirklich nur drei-spaltige layouts a-blogger hervorbringen. müssen diese blogs dann eigentlich immer gleich aussehen. wie die geklonten girlies in unseren innenstädten. die größte leistung die wir alle tag täglich vollbringen - vollbringen müssen - ist das filtern. das reduzieren in für uns wahrnehmbare happen. gelänge uns dieses nicht, wären wir alle autisten. und es wird alles immer mehr. immer schneller. immer unnötiger. muss ich dann die leser meiner seite auch noch zusätzlich zuschütten. eine spalte. noch eine spalte. und noch eine. ein button. noch ein button. noch eine information zur eigentlichen information. noch ein tag. hier ein link zum verlinken. noch einer zum verlinken des verlinkens. der mensch (alle menschen, egal ob alt oder jung, egal ob männlich oder weiblich - ja, auch ihr frauen, auch wenn ihr gerne etwas anderes behauptet - sind darauf getrimmt maximal sieben dinge gleichzeitig wahr zu nehmen und zu sortieren (→hier, →hier und →hier die etwas ausführlicheren abhandlungen dazu). klar isst das auge mit. warum geben wir sonst doppelt soviel für ein cinema display aus, wenn man das gleiche panel in einer hässlichen plastikverpackung für ein drittel bekommen könnte. aber bis auf ein paar dosen-deppen würde wohl keiner das gleiche panel in einer mit knöppen und buttons und texten zugemüllten umrandung kaufen, weil sich dann keiner mehr auf das wesentliche konzentrieren kann - den inhalt. schaut einer bei euch ein zweites mal (oder regelmäßig) auf einer seite vorbei, die gestalterisch oder technisch grandios ist, wenn der inhalt komplett für den arsch ist? wenn der inhalt und die schreibe grandios ist, das aussehen aber für den arsch, dann lese ich das doch trotzdem - entweder im feed-reader oder ich übersehe das hässliche. ich filter also wieder. eine seite mit einem klaren und einfachen aussehen, bei der ich sofort alles erfassen kann hilft mir dabei grandios, macht mir das erfassen des inhaltes viel einfacher und wir alle wissen, wie man einen trackback setzt oder sonstwie verlinkt, dazu brauchen wir keine überquillenden buttons. minimalismus ist nicht blöd sondern essentielle gestaltunsgrundlage. muss mir eine “nackte” seite gefallen. nein - nicht jede minimalistisch gehaltene seite ist schön. sie kann auch nur langweilig sein. auch muss nicht jede reduzierte seite automatisch sinnvoll zu nutzen sein (man denke an das vorgänger theme hier). das problem unsere zeit ist doch, dass wir zwar in sekundenschnelle sämtliche scheinbar wichtigen informationen erlangen können - nur was machen wir dann damit. je mehr informationen wir bekommen, um so mehr informationen müssen wir filtern. das ist blöd. und anstrengend. vista zertifiziert. da lob ich mir doch was klares übersichtliches. wenn es dann noch das gewisse etwas hat… […]